Spondylolisthesis

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Spondylolisthesis

Bei einem Gleitwirbel ist die Wirbelsäule instabil, da Gelenkverbindungen aufgrund angeborener oder erworbener Ursachen geschädigt sind. Das macht den Wirbel beweglich und er kann aus der Wirbelsäulenachse herausgleiten.

Definition des Gleitwirbelsnach oben  

Die Wirbelsäule trägt die Last des Körpers. Ein Apparat aus Muskeln, Bändern und Gelenken stärkt sie und verbindet die einzelnen Wirbelkörper miteinander. Ist eine einzelne Verbindung geschwächt, kann ein Wirbel seine Position verändern und nach vorne oder hinten gleiten, sodass ein Gleitwirbel entsteht. Eine Spondylolisthesis tritt meist im Lendenbereich zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbelkörper oder dem fünften Lendenwirbelkörper und dem Kreuzbein auf. In den meisten Fällen ist Degeneration die Ursache, nur selten ist eine angeborene Fehlbildung der Auslöser.

Leistungssportler gehören zur Risikogruppe

Das Wort Spondylolisthesis kommt aus dem Griechischen. Spondylos bedeutet der Wirbel und olisthesis heißt übersetzt das Gleiten. Das Rückenleiden trifft bei uns etwa zwei bis vier Prozent der Menschen. Bei den Inuit dagegen hat man festgestellt, dass rund 40 Prozent der Bevölkerung an einen Gleitwirbel leiden. Besonders betroffen sind in unseren Breitengraden Leistungssportler, vor allem Speerwerfer, Ringer, Kunstturner und Gewichtheber. Hintergrund ist eine starke Überstreckung des Rückens bei diesen Sportarten, die einen Gleitwirbel auslösen können.

Ursachen und Formennach oben  

Ein Gleitwirbel entsteht durch anfängliche Veränderungen an den Zwischenwirbelgelenken, die an den Wirbelbögen sitzen. Starke Belastungen lösen aus, dass sich im Wirbelbogen ein Spalt, eine sogenannte Spondylolyse bildet. Die Folge sind Verschiebungen der betroffenen Wirbelkörper. Begleitfaktoren wie Veränderungen an der Bandscheibe oder genetische Ursachen können die Verschiebung zusätzlich begünstigen. Gerade im Alter verlieren die Bandscheiben an Flüssigkeit, wodurch sich die Wirbelkörper annähern und die Funktion der Bänder und Muskeln stören. Das Resultat: Die Wirbel verlieren an Halt.

Formen der Gleitwirbel -Angeborenes Wirbelgleiten

Dysplastische Form:
Bei dieser Form verursacht eine Gefügestörung im lumbosakralen Bereich – zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein – ein Abgleiten des Wirbelkörpers.

Isthmische Form:
Bei der isthmischen Form ist der Wirbelbogen nur verknorpelt und nicht verknöchert, was ihn zur Schwachstelle macht.

Formen der Gleitwirbel - Erworbenes Wirbelgleiten:

Degenerative Form:
Altersbedingter Verschleiß sorgt für Veränderungen an den Zwischenwirbelgelenken und führt letztendlich zum Abgleiten des Wirbelkörpers.

Traumatische Form:
Entstehen des Wirbelgleitens aufgrund von Verletzungen und Frakturen.

Pathologische Form:
Knochenerkrankungen, wie beispielsweise die Glasknochenkrankheit, führen zu verminderter Knochenfestigkeit, was ein Gleiten des Wirbelkörpers auslösen kann.

Postoperative Form:
Der Wirbelkörper gleitet infolge einer Wirbelsäulenoperation aufgrund von Veränderungen an der operierten Stelle ab.

Symptome und Beschwerdennach oben  

Ein eindeutiges Schmerzsymptom, welches auf einen Gleitwirbel hindeutet, gibt es nicht. Die Beschwerden sind meist sehr unspezifische Kreuzschmerzen, die auch bei anderen Rückenproblemen auftreten. Zudem ist es möglich, dass eine Spondylolisthesis völlig schmerzfrei verläuft. Sowohl die Veränderungen an den Zwischenwirbelgelenken als auch die Spaltbildung entstehen in der Regel ohne Beschwerden. Erst das Abgleiten führt zu Schmerzen, die bis in die Beine ausstrahlen können. In schweren Fällen treten Reflexausfälle, Gefühlsstörungen und Lähmungen auf.

Übersicht der typischen Symptome

  • Kreuzschmerzen
  • Hohlkreuz
  • Schanzenphänomen: Hierbei sieht man eine Stufenbildung am Übergang vom Kreuzbein zur Lendenwirbelsäule, wobei das Kreuzbein nach hinten ragt.
  • Kletterphänomen: Möchten sich Patienten aus der gebückten Haltung aufrichten, ist dies nur mit Abstützen auf dem Oberschenkel möglich.
  • Einschränkungen in der Beugefähigkeit
  • Neurologische Ausfälle

Untersuchung und Diagnosenach oben  

Bei Rückenproblemen und dem Verdacht auf einen Gleitwirbel ist ein Orthopäde der richtige Ansprechpartner. Nur in Notfallsituationen sollte man sofort ein Krankenhaus aufsuchen. In einem Anamnesegespräch klärt der Arzt verschiedene Fragen bezüglich der Schmerzen, eventuelle Sensibilitätsstörungen, mögliche Verletzungen, Vorbelastungen in der Familie und die aktiv betriebenen Sportarten. Eine körperliche Untersuchung gibt weiter Aufschluss über die Art der Wirbelsäulenprobleme. Dabei fällt zum Beispiel ein stark vermehrtes Hohlkreuz, eine verminderte Beugefähigkeit oder auch ein Schanzenphänomen an der Wirbelsäule auf.

Röntgenbilder aus verschiedenen Richtungen

Um genau festzustellen, wie weit das Wirbelgleiten fortgeschritten ist und um den Schweregrad festzulegen, benötigen Ärzte Funktionsaufnahmen. Das sind zusätzliche Röntgenbilder, bei denen der Patient sich während der Aufnahme einmal im Stehen nach vorne beugt und ein weiteres Mal nach hinten neigt. Denn durch die weitere Position und Haltung kann man auch Gleitwirbel bestimmen, die nur bei bestimmten Bewegungen auftreten. Zusätzliche Begleiterkrankungen lassen sich durch die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Computertomografie (CT) beurteilen.

Schweregrade des Gleitens

Grad 1:
Der Versatz der Wirbelkörper zueinander beträgt weniger als 25 Prozent, sodass der obere Wirbelkörper noch mindestens drei Viertel der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers bedeckt.

Grad 2:
Der Versatz beträgt zwischen 25 und 50 Prozent, sodass der obere Wirbelkörper mindestens die Hälfte aber weniger als drei Viertel der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers bedeckt.

Grad 3:
Der Versatz der Wirbelkörper beträgt zwischen 50 und 75 Prozent, sodass der obere Wirbelkörper mindestens noch ein Viertel aber weniger als die Hälfte der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers bedeckt.

Grad 4:
Der Versatz beträgt mehr als 75 Prozent, sodass der obere Wirbelkörper weniger als ein Viertel der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers bedeckt.

Therapiemöglichkeitennach oben  

Ein Arzt entscheidet sich für eine Therapie, in dem er das Alter des Patienten, die individuellen Beschwerden und Symptome sowie den bestehenden Schweregrad berücksichtigt. Bei vielen Gleitwirbeln hilft die konservative Therapie, bei der Schmerzmedikation und Krankengymnastik im Vordergrund stehen. Hauptziel ist dabei immer eine verbesserte Lebensqualität ohne Schmerzen sowie die Stabilisierung der Wirbel. Durch sportliche Kräftigung können Patienten die Rumpfmuskulatur verbessern und einem Hohlkreuz entgegenwirken. Das Reduzieren von körperlichen Belastungen – privat oder beruflich – kann Beschwerden ebenfalls verringern.

Konservative Therapie meist ausreichend

Bei akuten Gleitwirbeln kann das vorübergehende Tragen eines Korsetts dabei unterstützen, die Wirbelsäule ruhig zu stellen. Sind Nervenwurzeln von einer Spondylolisthesis mitbetroffen und entzündet, können entzündungshemmende Medikamente oder eine Spritzenbehandlung helfen. Ist dagegen die konservative Therapie nicht ausreichend, das Wirbelgleiten stark ausgeprägt, sind neurologische Störungen vorhanden oder der Patient noch in der Wachstumsphase kann auch eine Operation notwendig sein. Ziel der Wirbelsäulenoperation ist die Wiederherstellung der Statik.

Operation zur Wiederherstellung der Statik der Wirbelsäule

Bei einem Gleitwirbel bestehen unterschiedliche Operationstechniken. Wurde die Spondylolisthesis früh erkannt und ist die Position des Wirbelkörpers nur wenig verändert, kann eine Knochenanlagerung und Verschraubung ausreichen. So besteht die Möglichkeit, dass der stabilisierte Spalt wie bei einem Knochenbruch heilt. In schwereren Fällen wenden Ärzte die Spondylodese an. Hierbei stabilisieren sie die Wirbel in ihrer korrekten Position und versteifen diese, um die Nerven zu entlasten. Ist zusätzliche eine Bandscheibe zerstört, entfernen und ersetzen sie auch diese.

Zusammenfassungnach oben  

Meist sind es Veränderungen an den Zwischenwirbelgelenken, die einen Gleitwirbel auslösen. Durch diese Veränderungen kann es zu einer Spaltbildung kommen, der ein Abgleiten eines Wirbelkörpers folgt. Dabei sind die Wirbelkörper gegeneinander verschoben. Betroffen ist meist der untere Bereich der Wirbelsäule. Ursächlich dafür unterscheidet man zwischen angeborenen und erworbenen Formen. Die Hauptursache für eine Spondylolisthesis ist altersbedingter Verschleiß. Auch starke Überstreckungsbewegungen bei bestimmten Sportarten können sich auswirken. Ein Gleitwirbel durch Tumoren, Entzündungen oder Verletzungen ist dagegen äußerst selten.

Diagnose und Einteilung in einen Schweregrad

Die Diagnose erfolgt durch einen niedergelassenen Orthopäden, es sei denn, es handelt sich um einen akuten Notfall. Vorab klärt der Mediziner die Beschwerden durch Anamnese, körperliche Untersuchung, Funktionstests und bildgebende Verfahren. Im Anschluss lässt sich das Wirbelgleiten in einen Schweregrad einteilen. Dieser Schweregrad, das Alter des Patienten und die individuellen Beschwerden sind ausschlaggebend für die Wahl der Therapie. In den meisten Fällen behandeln Ärzte konservativ, also mit Krankengymnastik und Schmerzmedikation. In schweren Fällen kann auch eine Operation notwendig sein.

FAQs - Häufig gestellte Fragennach oben  

Was sind die häufigsten Auslöser für einen Gleitwirbel?
Die Hauptursache einer Spondylolisthesis sind degenerative Prozesse beziehungsweise altersbedingter Verschleiß. Bei bestimmten Sportarten wie beispielsweise Speerwerfer, Ringer, Kunstturner und Gewichtheber kommt es wiederholt zu Überstreckungsbewegungen. Dies kann auf lange Sicht ebenfalls zu einem Wirbelgleiten führen.

Wann ist der Arztbesuch bei unspezifischen Kreuzschmerzen zu empfehlen?
Generell bei Schmerzen, die in die Arme oder Beine ausstrahlen, Gangschwierigkeiten auslösen, Gefühlsstörungen oder ein Schwächegefühl verursachen. Zudem sollten Schmerzen nicht länger als vier bis sechs Wochen anhalten oder stetig an Intensität zunehmen. Ein Gleitwirbel kann Beschwerden auch nur bei bestimmten Bewegungen oder Körperhaltungen auslösen. Auch darauf sollten Sie achten.

Kann ein Wirbelgleiten überall an der Wirbelsäule auftreten?
Grundsätzlich kann sich überall ein Gleitwirbel entwickeln. In den meisten Fällen spielt sich ein Wirbelgleiten allerdings im Lendenbereich ab, am häufigsten zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel.

Wie kann ich ein leichtes Wirbelgleiten verbessern?
Es empfiehlt sich, die Rumpfmuskulatur zu stärken, denn eine stabile Bauch- und Rückenmuskulatur stützt die Wirbelsäule und hilft somit auch der Stabilisierung der Wirbelkörper. Im Rahmen einer Rückenschule können Sie bestimmte Strategien im Umgang mit der Krankheit erfahren und später selbstständig anwenden. In bestimmten Fällen unterstützen auch Schuheinlagen oder Rumpforthesen. Zudem sollte man gewisse Sportarten, die den Rücken häufig überdehnen, vermeiden. Auch das Gewicht kann auf die Stabilität Einfluss nehmen. So sollte man ein erhöhtes Körpergewicht reduzieren. Genaueres klären Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Wirbelsäulenveränderungen und bandscheibenbedingte Erkrankungen sind so alt wie die Menschheit selber. Beim Entscheid für einen operativen Eingriff bei Wirbelsäulenerkrkanungen sind eine sorgfältige Operationsindikation sowie die richtige Operationsmethode am wichtigsten. Bei jeder Operation muss das Ziel sein, die normalen und funktionellen Verhältnisse der Wirbelsäule zu schützen. Im Therapiekonzept bei Spondylolisthesis ist es für mich sehr wichtig, die individuelle optimale Behandlungsmöglichkeit für jeden einzelnen Patienten zu finden.

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