Interview mit Uta von der Fecht

Das ausführliche Interview mit dem Herausgeber der citymed, Herrn Patrick Magewski, mit Frau Uta von der Fecht, Therapie Fecht Hof Sägenbach, zum Thema Pferdegestützte Therapie.
Pferdegestützte Therapie – ganzheitlich, individuell und wirkungsvoll
Die Arbeit mit Pferden gewinnt in der Therapie zunehmend an Bedeutung. Auf dem Therapie Fecht Hof Sägenbach in Schwellbrunn verbindet Uta von der Fecht Bewegung, Emotion und Vertrauen zu einem ganzheitlichen Ansatz. citymed hat mit ihr über die Wirkung der Reittherapie gesprochen.
citymed: Frau von der Fecht, was genau versteht man unter pferdegestützter Therapie?
Uta von der Fecht: Die Reittherapie ist eine ganzheitliche Therapieform, bei der das Pferd aktiv in den therapeutischen Prozess eingebunden wird. Sie umfasst pädagogische, psychologische und rehabilitative Ansätze. Dabei geht es nicht nur um Bewegung, sondern auch um emotionale und soziale Entwicklung.
citymed: Für welche Zielgruppen eignet sich diese Therapieform?
Uta von der Fecht: Grundsätzlich für Menschen jeden Alters. Wir arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen – insbesondere bei körperlichen, seelischen oder sozialen Herausforderungen sowie bei neurologischen oder orthopädischen Erkrankungen.
citymed: Welche konkreten Beschwerden können durch die Reittherapie verbessert werden?
Uta von der Fecht: Die Bandbreite ist gross. Dazu gehören beispielsweise ADHS, Verhaltensstörungen, Rückenprobleme, Multiple Sklerose, Schlaganfälle oder auch Burnout. Ebenso unterstützen wir Menschen mit Entwicklungsstörungen oder nach neurologischen Erkrankungen.
citymed: Was macht das Pferd als „Therapiepartner“ so besonders?
Uta von der Fecht: Pferde urteilen nicht. Sie reagieren direkt und ehrlich auf den Menschen. Diese wertfreie Begegnung stärkt das Selbstvertrauen und die emotionale Stabilität. Zudem fördern die Bewegungen des Pferdes Gleichgewicht, Haltung und Koordination.
citymed: Welche körperlichen Effekte stehen im Vordergrund?
Uta von der Fecht: Die dreidimensionale Bewegung des Pferdes wirkt direkt auf die Muskulatur und das Nervensystem. Dadurch werden Haltung, Gleichgewicht und Koordination verbessert. Besonders bei neurologischen Erkrankungen kann das sehr effektiv sein.
citymed: Neben der körperlichen Ebene spielt auch die Psyche eine Rolle. Wie wirkt sich die Therapie hier aus?
Uta von der Fecht: Sehr stark. Viele Klientinnen und Klienten gewinnen Selbstvertrauen und erleben Erfolgsmomente. Die Interaktion mit dem Pferd fördert Konzentration, emotionale Stabilität und soziale Fähigkeiten.
citymed: Wie läuft eine typische Therapieeinheit bei Ihnen ab?
Uta von der Fecht: Wir arbeiten in einer ruhigen, störungsfreien Umgebung mit einem konstanten Ablauf. Die Pferde sind speziell ausgebildet, und die Einheiten sind individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt.
citymed: Was zeichnet Ihren Hof in Schwellbrunn besonders aus?
Uta von der Fecht: Wir bieten eine sehr persönliche und familiäre Atmosphäre. Der Patient steht immer im Mittelpunkt. Zudem legen wir grossen Wert auf Kontinuität, Qualität und eine ganzheitliche Betreuung.
citymed: Was möchten Sie Menschen mitgeben, die über eine Reittherapie nachdenken?
Uta von der Fecht: Offen sein und es einfach ausprobieren. Die Verbindung zwischen Mensch und Pferd ist etwas ganz Besonderes und kann auf vielen Ebenen positive Veränderungen bewirken.
citymed: Frau von der Fecht, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch.
Uta von der Fecht: Ich danke Ihnen – es freut mich sehr.