Interview Smartangel AG

Das ausführliche Interview mit dem Herausgeber der citymed, Herrn Patrick Magewski mit Herrn Pascal Dossenbach, Präsident im Verwaltungsrat der SmartAngel AG zum Thema Patientenruf- und Notrufsystemen im Healthcare-Bereich.
citymed: Herr Dossenbach, viele Menschen kennen klassische Notrufsysteme mit Knopf am Handgelenk. Was macht smartangel® grundlegend anders?
Pascal Dossenbach: Herkömmliche Systeme funktionieren nur, wenn die betroffene Person in der Lage ist, selbst Alarm auszulösen. Doch bei einem Schlaganfall, Herzinfarkt, Sturz oder ähnlichen Ereignissen ist dies oft nicht mehr möglich. smartangel® ist das erste Notrufsystem was nicht nur reaktiv sondern auch proaktiv (Sturzerkennung) und präventiv (Vitaldatenmessung) der betroffenen Person und Ihrem Umfeld kritische Situation oder Verläufe anzeigt. Das System ist zudem auch in der Zulassung für die EU/Schweiz als Medizinprodukt um in Zukunft auch medizinischem Fachpersonal oder Kliniken die Möglichkeit zu geben ihre Patienten oder Klienten auch aus der Ferne begleiten zu können. So wie wir das seit 3 Jahren schon für unsere Privatkunden und deren Familien- und Betreuungsumfeld praktizieren.
citymed: Das klingt nach einem Paradigmenwechsel. Wie funktioniert diese präventive Überwachung konkret?
Pascal Dossenbach: Der Paradigmenwechsel ist nicht zu warten bis ein Notfall passiert, sondern die Zeichen eines potentiellen Notfalles schon frühzeitig zu deuten, bevor es dann eben dazu kommt.
Das smartangel®-System misst automatisch und periodisch durch Wearables wie z.b. eine Smartwatch Parameter wie Puls, Sauerstoffsättigung oder Blutdruck sowie Aktivitäts- und allenfalls Bewegungsmuster (Weglaufschutz/Ortung). Diese Messungen liefern Trends über den Gesundheitsverlauf, Veränderungen oder Auffälligkeiten über Tage, Wochen oder gar Monate und werden im System in Graphiken, Werten oder Geographischen Karten dargestellt. Der Kunde sowie allenfalls authorisierte Dritte wie Familie, Spitex oder medizinisches Fachpersonal haben jederzeit Zugang zum smartangel®-System um sich ein Bild darüber zu machen.
Bei manueller Notrufauslösung durch den Kunden oder wenn der Sturzsensor einen vermeintlichen Sturz erkennt, werden automatisch die hinterlegten Kontakte oder unsere Notrufzentrale angerufen und mittels einem Notfall-SMS noch zusätzlich mit wichtigen Angaben versorgt.
Zusätzlich verfügen SmartAngel Geräte über GPS und sind durch eigene SIM-Karten auch ähnlich einem Mobiltelefon für eine sofortige Kommunikation einsetzbar. So kann man z.b. jederzeit auf ein Gerät anrufen und eine Verbindung wird nach kurzem Klingeln hergestellt ohne das jemand aktiv das Gespräch annehmen muss.
citymed: Welche Menschen profitieren besonders von smartangel®?
Pascal Dossenbach: Wir betreuen heute Kunden von 30 bis 99 Jahren – Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Krankheiten wo ein gutes Monitoring Sicherheit vermittelt. Demenz, physische Beeinträchtigungen, Personen nach Reha-Aufenthalten oder Menschen, die einfach mehr Sicherheit im Alltag wünschen. Bis hin zu Alters- und Pflegeheimen die unsere Lösung in Ihrem Hause einsetzen. Besonders wertvoll ist smartangel® für Menschen, die weiterhin selbstständig leben möchten – mit dem guten Gefühl, dass jemand im Hintergrund auf sie achtet. Für das Familien- oder Betreuungsumfeld wie auch den Kunden gibt das Sicherheit im Alltag.
citymed: Sie sprechen in Ihrem Unternehmen von einem „Schutzengel am Handgelenk“. Was genau bedeutet das?
Pascal Dossenbach: Es bedeutet, dass unser System rund um die Uhr „wacht“. Die Smartwatch am Handgelenk ist Uhr, Kommunikation und Notruf in einem und durch die vom System durchgeführten automatischen Messungen können Veränderungen oder Auffälligkeiten allenfalss frühzeitig erkannt werden, bevor sie kritisch werden. Das gibt Freiheit und Sicherheit für den Kunden aber auch für sein Umfeld zugleich.
citymed: Welche Rolle spielen Angehörige in diesem System?
Pascal Dossenbach: Angehörige erhalten über das smartangel®-Portal jederzeit Einsicht in wichtige Statusinformationen – natürlich im Rahmen der definierten Privatsphäre. Im Notfall werden sie automatisch benachrichtigt und können sofort reagieren. Mit den präventiven Möglichkeiten können Sie darüber hinaus Veränderungen oder Auffälligkeiten jederzeit erkennen und darauf reagieren. Das entlastet emotional und schafft Vertrauen.
citymed: Und wie ist der Ablauf im Ernstfall organisiert?
Pascal Dossenbach: Bei einem manuell abgesetzten Notruf (Knopf drücken) wie auch bei einem automatischen Sturzalarm ruft die Uhr eigenständig die hinterlegten Notfallkontakte und/oder das SmartAngel Notrufcenter an. Unser Notruf-Team klärt dann zuerst einmal ab ob und was passiert ist und welche Schritte notwendig sind (z.B Hilfe vor Ort) um die Situation besser beurteilen zu können. Falls Notrufkräfte erforderlich sind, so werden diese mit allen relevanten Informationen versorgt, inklusive Standort. Das spart wertvolle Zeit und kann im Ernstfall Leben retten.
citymed: Viele Pflegeorganisationen suchen digitale Unterstützung. Wie unterstützt smartangel® Pflegepersonal?
Pascal Dossenbach: Pflegekräfte haben mit smartangel® die Möglichkeit, Personen aus der Ferne zu begleiten – sowohl aktiv als auch passiv. Das spart Ressourcen und ermöglicht eine bessere Priorisierung allenfalls auch Triage. Gleichzeitig werden kritische Ereignisse schneller wahrgenommen. Das erhöht die Sicherheit, ohne die Selbstbestimmung der betroffenen Personen einzuschränken.
Das SmartAngel System ermöglicht, dass gleichzeitig mehrere Klienten/Patienten auf einen Blick ersichtlich sind – also quasi 10, 15 oder mehr Geräte/Wearables und man sich mit einem Klick ein detailliertes Bild über einen spezifischen Klienten/Patienten machen kann. In 2026/2027 wird SmartAngel in Pilotprojekten mit verschiedenen Kliniken und Altersheimen in der Schweiz und Deutschland auch Modelle wie «Hospital@Home» durchführen, bei dem Patienten z.b. früher als sonst nach Hause geschickt werden, dort aber auch aus der Ferne weiterhin begleitet werden können oder eben wo Prävention gerade nach einem Ereignis noch wichtiger ist.
citymed: Notrufsysteme werden oft als teuer empfunden. Wie positionieren Sie sich preislich?
Pascal Dossenbach: Sicherheit muss bezahlbar sein. Unsere Abos beinhalten alles – Smartwatch, Gratis-Geräte-Ersatz-Service, Telefonkosten, Portalzugang, Notrufcenter – ohne versteckte Zusatzkosten. Das macht unsere Lösungen transparent und fair. Bei unseren Smartwatch-Abos rangieren wir preislich im Mittelfeld, decken dabei aber ein weitaus grösseres Spektrum als herkömmliche Notrufsysteme ab.
Mit unserem ANG3 Notrufknopf der ebenfalls drinnen und draussen funktioniert, haben wir eine preislich sehr attraktive Lösung die mittlerweile auch in vielen Altersheimen gerne benutzt wird, da die Lösung mobil ist.
Mit unseren 3-, 6- oder 12 Monatsabos kann der Kunde vom Schnupperabo zum Testen bis zum preiswerten Jahresabo ein gute Lösung finden.
citymed: Gibt es Missverständnisse, die Sie im Zusammenhang mit smartangel® häufig klären müssen?
Pascal Dossenbach: Ja – smartangel® ersetzt keine medizinische Diagnose oder Fachpersonal. System und Gerät liefern Referenzwerte und Hinweise auf Veränderungen, aber ersetzen keine medizinischen Messgeräte. Wir ergänzen die Betreuung durch Familie, medizinisches oder pflegerisches Fachpersonal aber ersetzen sie nicht.
citymed: Herr Dossenbach, wie würden Sie den Kern von smartangel® in einem Satz beschreiben?
Pascal Dossenbach: smartangel® ist das erste Notrufsystem welches nicht nur reaktiv (selber drücken) sondern auch präventiv (Vitaldatenmessungen) und proaktiv (Sturzsensor) funktioniert und jederzeit und von überall her individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden angepasst werden kann.
citymed: Herr Dossenbach, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch und die spannenden Einblicke in das präventive Notruf- und Betreuungssystem smartangel®.
Pascal Dossenbach: Ich danke Ihnen ebenfalls – es war mir eine Freude.